Zensursula

Ahnungslos wie eine Dose Schuhcreme

Wer immer noch davon ausgeht, dass sich die Medieninkompetenz der etablierten Parteien auf ein paar wenige “Ausnahmen” beschränkt, so sei demjenigen dieser Heise-Artikel als Realitätsabgleich wärmstens ans Herz gelegt.

Die Strafverfolger würden oft auf Hindernisse stoßen, wenn sich Täter Bilddateien “nur” ansehen, heißt es in einer Erläuterung des Beschlusses. Als Tatmerkmal werde derzeit häufig verlangt, dass entsprechendes Material “aktiv” auf einen Rechner heruntergeladen werde.

Da fällt einem ja schon wieder mal gar nichts zu ein, und eigentlich hatte ich da schon keine Lust weiterzulesen. In dem Zusammenhang möchte ich auf den absolut genialen Artikel von Kristian Köhntopp verweisen, “Falscher Planet, Falsches Jahrtausend”. Aber es wird (leider) noch besser:

…dass eine Strafbarkeit derzeit schon dann vorliege, wenn dem Nutzer ein Vorsatz beim Aufruf von Kinderporno-Seiten nachgewiesen werden könne. Hits, die etwa über automatische Weiterleitungen nach dem Klick auf Spam-Mails oder andere Versehen hervorgerufen würden, seien nicht betroffen. Auch ein durch die Umleitung auf die geplante Stopp-Seite erfolgloser vorsätzlicher Versuch, kinderpornographisches Material aufzurufen, erfülle aber die Voraussetzungen des Straftatbestands, meinte Zypries.

Das ist nicht mehr lustig, egal wie man es dreht und wendet. Das ist einfach nur noch arm. Hidden Frames? Prefetching? Achja, wir machen ja nur Symbolpolitik, da können wir auf die Realität leider keine Rücksicht nehmen. Was war noch gleich ein “Browser”?

Eine Schweigeminute für das Grundgesetz

Gerade mal 60 geworden, schon wird es bei der erstbesten Gelegenheit weggemobbt. Wir trauern aufrichtig um unser Grundgesetz und die Demokratie, die vor wenigen Minuten im deutschen Bundestag abgeschafft wurde.

Mir fehlen die Worte.

Aktionen unter der Gürtellinie

Da ist mir doch fast das Mittagessen wieder aus dem Gesicht gefallen, als ich diesen Artikel von netzpolitik.org gelesen hab:

Auf der Jobplattform promotionbasis.de sucht die Firma “FirstClassService Promotion & Event GmbH” zur Zeit Promoter, um an den kommenden Wochenenden vor Fußballstadien Unterschriften “für das Anti-Kinderporno-Gesetz” sammeln. Das in Aussicht gestellte Honorar beträgt 50 Euro pro Tag. Nicht schlecht für – laut Jobbeschreibung – 2 1/2 Stunden effektive Arbeitszeit.

Tolle Aktion. Mir fällt auch eine tolle Aktion ein, bewerbt euch doch mal alle auf diesen Job.

  • Fake-Identität erstellen
  • Email-adressen gibt es bei googlemail
  • Telefonnummern gibt es bei sipgate
  • Bilder von jungen blonden Frauen für die Setcard, also.. das kriegt ihr sicher alleine hin ;-)

Ich freu mich auf euer Feedback!