Lebenszeichen aus dem Urlaub
Nachdem es durch meinen Jobwechsel in letzter Zeit stressbedingt sehr ruhig geworden ist, ein Lebenszeichen aus dem Urlaub. Finde es erstaunlich, wie erfrischend “anders” es mal ist, offline zu sein.

Ihr Browser versucht gerade eine Seite aus dem sogenannten Internet auszudrucken. Das Internet ist ein weltweites Netzwerk von Computern, das den Menschen ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation bietet.
Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen. Dies ist im beidseitigen Interesse, da unnötige Angstzustände bei Ihnen verhindert werden, ebenso wie es uns vor profilierungs- und machtsüchtigen Politikern schützt.
Sollten Sie der Meinung sein, dass Sie diese Internetseite dennoch sehen sollten, so können Sie jederzeit durch normalen Gebrauch eines Internetbrowsers darauf zugreifen. Dazu sind aber minimale Computerkenntnisse erforderlich. Sollten Sie diese nicht haben, vergessen Sie einfach dieses Internet und lassen uns in Ruhe.
Die Umgehung dieser Ausdrucksperre ist nach §95a UrhG verboten.
Mehr Informationen unter www.politiker-stopp.de.
Nachdem es durch meinen Jobwechsel in letzter Zeit stressbedingt sehr ruhig geworden ist, ein Lebenszeichen aus dem Urlaub. Finde es erstaunlich, wie erfrischend “anders” es mal ist, offline zu sein.
Die Hitze und die Urlaubszeit fordern ihren Tribut. Gut wenn es etwas erfrischend Neues zu entdecken gibt: Bitstrips
Für €30 getankt, mit dem 50er in der Hand schnell an die Kasse um zu bezahlen, ereignete sich folgender Dialog:
“Die Nummer 6 bitte”
“Darf es sonst noch etwas sein?”
“Nein”
“Möchten sie für 3,49 vielleicht einen Ball kaufen?”
“Nein”
“Möchten sie für 8 Euro…”
“Nein!”
“Clubsmart Karte, ADAC…”
“Nein, NEIN!”
Ist ja fast schlimmer als bei der Post. Fehlt nur noch die Frage: “Kommen sich uns bald wieder beehren?”
Nein, damit meine ich nicht den Sturm im Wasserglas, den der damalige Bundespräsident Roman Herzog heraufbeschworen hat.
Ich rede davon, dass tatsächlich Leute aus ihrem Fernsehsessel voller Kartoffelchipkrümel aufstehen und etwas ändern wollen. Fragen stellen, und auch die Antworten einfordern. Sich eine Meinung bilden, und dafür einstehen. Die Europawahlen haben sowohl CDU/CSU als auch die SPD hart abgestraft, den grossen Gewinn der FDP kann man eigentlich nur auf Protestwähler zurückführen, die sich nicht getraut haben extrem links oder extrem rechts zu wählen. Die Piratenpartei hat sehr beachtliche 0,9% geschafft, ein klares Zeichen dafür wie quer vielen Leuten insbesondere die Anti-Menschenrechte Politik von Schwarz/Rot geht.
Momentan weiss niemand so genau über wen man sich zuerst lustig machen soll. Kriminalbeamte kurz vor der Pension forden Internet-Notrufsäulen, während unser aller Freund Dr. Dieter Wiefelspütz sich als Prototyp des vom 21. Jahrhundert überforderten Politiker outet. Klar ist, dass ein Grossteil des Parteiensystems hoffnungslos veraltet ist, angeschafft in einer Zeit, wo es nur 1,5 Fernsehsender und 2,5 überregionale Tageszeitungen gab. Inzwischen ist der Übergang zwischen Lobbyismus und Schmiergeldaffären zwar fliessend, aber kaum mehr aufzuklären. Trotzdem dürfen wir nicht aufhören, mit dem Finger zu zeigen. Überall wo Unrecht passiert, wo das Grundgesetz getreten wird, wo Nebelkerzen gezündet werden, Wahlkampf betrieben wird, Wahlversprechen gebrochen werden, ist es unsere Bürgerpflicht, darauf hinzuweisen und darüber zu reden. Und noch nie war es so einfach, seiner Stimme gewicht zu verleihen, dank Internet, Blogging, Twitter&Co. Das macht nicht nur Spaß, sondern ist vor allem eins: Demokratie pur.
Mal ehrlich, selbst als politisch eher desinteressierter Bürger konnte man kaum ignorieren, wie effektiv sich die “grossen” Parteien in den letzten Wochen selbst disqualifiziert haben. Es kommt einem so vor, als ob die Politiker 3,5 Jahre lang nichts tun ausser ab und zu in Meetings rumzuhängen, und kurz vor der Wahl werden die Ärmel hochgekrempelt um einmal ganz, ganz tief ins Klo zu greifen. Ich erinnere nur kurz:
Aber eine gute Nachricht habe ich dann doch: Eine SPD-Strohpuppe lästert über die Piratenpartei. Was ist daran gut? Na, das ist der Ritterschlag für die Piraten. Sie werden damit als ernstzunehmender Gegner angesehen, den es von nun an gilt, ordentlich mit Dreck zu bewerfen.
Wenigstens weiss ich Sonntag zum allerersten mal ganz genau, wo ich mein Kreuzchen machen will.
Es ist ein sensibles Thema, und ich möchte niemandem zu nahe treten, der Freunde oder Angehörige bei der Tragödie in Winnenden verloren hat.
Aber das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden, was sich anscheinend aus den Familien der Opfer gebildet hat, beweist mal wieder nur zu gut wie schön einfach man sich die Welt doch lügen kann, wenn man mit Scheuklappen den Kopf in den Sand steckt. Ich stelle fest, nicht nur die Politiker leiden an Realitätsverlust, auch traumatische Ereignisse können offenbar dazu führen. Das Bündnis fordert u.a. folgendes:
Liebe Mitglieder des Aktionsbündnisses,
versucht doch in Zukunft einfach mal mit euren Kindern zu reden, bevor sie durchticken und sich an Papis Waffenschrank bedienen um mal gepflegt grillen zu gehen. Es gibt Gewalt in den Medien, na schön. Redet mit euren Kindern darüber! Es gibt jede Menge Dreck im Internet, es ist eure Aufgabe euren Kindern beizubringen damit umzugehen.
Und nein, noch kein Killerspiel hat jemals dazu gedient, einen Menschen zu ermorden. Die meisten Computerspiele werden entweder in Pappkartons oder handelsüblichen DVD-Cases ausgeliefert, damit jemanden zu ermorden stelle ich mir sehr schwer bis unmöglich vor.
…und das ist sehr wohlwollend Ausgedrückt, wenn man sich das Defacement der Homepage der deutschen Kinderhilfe anschaut:
Auch wenn es vielleicht gut gemeint war.. der Schuss wird nach hinten losgehen. Jetzt hat jeder einzelne Anti-Zensur Aktivist an Glaubwürdigkeit verloren. Wenn wir uns nicht an Gesetze halten und “ihre” Server klauen, warum sollten “sie” sich an das Grundgesetz halten und uns unsere Freiheit lassen?
Das wär ja alles nicht so schlimm, wenn da nicht auch gleich links zum FoeBuD und zu Fefe wären! Ich gebe rmrf8 sagen wir mal 7 Punkte für guten Willen, aber ein paar Millionen Minuspunkte für das massive Brett vorm Kopf.
Deutlicher und vernichtender konnte ein auf-die-finger-Klopfen für Prof. Dr. Christoph Meinel kaum ausfallen: Weit über 400 Experten und Akademiker, darunter auch zahlreiche Professoren, haben sich nach Aufruf durch Hanno zusammengefunden um eine Presseerklärung zu unterstützen. Der Clou: alle Unterzeichner sind selber Eltern, wissen also genau wovon sie reden.
Natürlich richtet sich die Erklärung hauptsächlich gegen das geplante Gesetz zur Sperrung vom Zugriff auf Kinderpornographie und die Dreistigkeit der Politiker, Kritiker pauschal in eine Schublade mit Kinderschändern zu stecken.
Und nochmal für alle Politiker zum mitschreiben:
Nein, wir sind keine Kinderschänder, wir haben einfach nur viel mehr Ahnung als ihr!
Zurück aus der verlängerten Diplomarbeits-, Jobsuche- und Baby-Pause hoffe ich dass ich in Zukunft mehr Zeit und Material zum Bloggen finde als das letzte mal.