Es geht ein “Ruck” durch Deutschland
Nein, damit meine ich nicht den Sturm im Wasserglas, den der damalige Bundespräsident Roman Herzog heraufbeschworen hat.
Ich rede davon, dass tatsächlich Leute aus ihrem Fernsehsessel voller Kartoffelchipkrümel aufstehen und etwas ändern wollen. Fragen stellen, und auch die Antworten einfordern. Sich eine Meinung bilden, und dafür einstehen. Die Europawahlen haben sowohl CDU/CSU als auch die SPD hart abgestraft, den grossen Gewinn der FDP kann man eigentlich nur auf Protestwähler zurückführen, die sich nicht getraut haben extrem links oder extrem rechts zu wählen. Die Piratenpartei hat sehr beachtliche 0,9% geschafft, ein klares Zeichen dafür wie quer vielen Leuten insbesondere die Anti-Menschenrechte Politik von Schwarz/Rot geht.
Momentan weiss niemand so genau über wen man sich zuerst lustig machen soll. Kriminalbeamte kurz vor der Pension forden Internet-Notrufsäulen, während unser aller Freund Dr. Dieter Wiefelspütz sich als Prototyp des vom 21. Jahrhundert überforderten Politiker outet. Klar ist, dass ein Grossteil des Parteiensystems hoffnungslos veraltet ist, angeschafft in einer Zeit, wo es nur 1,5 Fernsehsender und 2,5 überregionale Tageszeitungen gab. Inzwischen ist der Übergang zwischen Lobbyismus und Schmiergeldaffären zwar fliessend, aber kaum mehr aufzuklären. Trotzdem dürfen wir nicht aufhören, mit dem Finger zu zeigen. Überall wo Unrecht passiert, wo das Grundgesetz getreten wird, wo Nebelkerzen gezündet werden, Wahlkampf betrieben wird, Wahlversprechen gebrochen werden, ist es unsere Bürgerpflicht, darauf hinzuweisen und darüber zu reden. Und noch nie war es so einfach, seiner Stimme gewicht zu verleihen, dank Internet, Blogging, Twitter&Co. Das macht nicht nur Spaß, sondern ist vor allem eins: Demokratie pur.
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